Als Arzt macht man ja täglich den Spagat zwischen der Anwendung technischer Hilfsmittel und der persönlichen Zuwendung zum Patienten.
Welcher Patient möchte schon nur von Gerät zu Gerät gezogen werden, ohne seine Sicht der Dinge seiner Ärztin auch vernünftig darlegen zu können?
Andererseits, welcher Patient möchte schon einen Arzt, der ihm nur gut zuredet, aber keine wesentlichen Untersuchungen vornehmen kann?

Um den Ausgleich dieser beiden Extreme sind wir täglich bemüht, wobei man berücksichtigen muss, dass die Augenheilkunde insgesamt ein doch eher techniklastiges Gebiet der Medizin ist.

Auf dieser Seite nun wollen wir Ihnen unsere technische Ausrüstung vorstellen, jeweils mit einer kurzen Erklärung, welche Untersuchungen mit dem Gerät vorgenommen werden, und wozu diese Untersuchungen gut sind.

Auto-Refraktometer (Nidek AR-1s)

Nidek ist ein grosser japanischer Hersteller von Geräten im augenärztlichen Bereich. Die Firma ist eher etwas konservativ – weniger höflich ausgedrückt: Das Design der Geräte wirkt meist etwas altbacken. Aber darauf kommt es ja nicht an…

Mit dem Auto-Refraktometer wird das Auge vermessen und die Brechkraft der Linse bestimmt. Man bekommt also einen Wert, der schon aussieht, wie eine Brillenverschreibung – aber damit erst einmal wenig zu tun hat. Der von der Maschine gemessene Wert ist, beispielweise bei bekannten Patienten, erst einmal eine Einordnung, ob sich grössere Veränderungen ergeben haben (durch Fortschreiten einer Fehlsichtigkeit, etc.).

Eine Brille vernünftig zu bestimmen braucht aber die Feinarbeit eines guten Optikers oder Augenarztes, maschinell geht das nicht.

Digitale Spaltlampe

Die Spaltlampe ist im Prinzip ein waagerecht angebrachtes Mikroskop, mit dem der Augenarzt ins Auge blickt. Der Name Spaltlampe rührt von einem Lichtspalt her, den die Lampe erzeugen kann. Mit diesem Lichtspalt sind die unterschidelichen Grenzflächen im vorderen Augenabschnitt besser voneinander abzugrenzen.

Und weil heutzutage die Spaltlampen mit dem Computer verbunden sind, ist es möglich, sehr einfach Aufnahmen eines bestimmten Befundes zur Dokumentation des Krankheitsverlaufes zu machen.

Funduskamera (Topcon NW-200)

Neben dem Scheitelbrechwertmesser ist unsere Funduskamera der zweite echte Veteran unter unseren Geräten. Im Gegensatz zum Scheitelbrechwertmesser bekommt die Funduskamera das Gnadenbrot, kommt also praktisch nie mehr zum Einsatz.

Eigentlich gedacht zur Fotografie des Augenhintergrundes ist die Kamera von der Entwicklung des OCT zur Seite gedrängt worden. Technischer Fortschritt eben.

Keratograph (Oculus Keratograph 5)

Der Keratograph ist ein Gerät, mit dem man die Oberfläche der Hornhaut dreidimensional vermessen kann. Damit kann man zum Beispiel den Verlauf beim Krankheitsbild des Keratokonus verfolgen, viel öfter wird der Keratograph aber verwendet, um Kontaktlinsen vernünftig anzupassen.

Nun ist der Keratokonus eher selten und Kontaktlinsenanpassungen überlassen wir gerne den spezialisierten Optikern – warum also der Keratograph? Nun, neue Geräte haben auch Zusatzfunktionen, die in der Diagnostik des Trockenen Auges sehr hilfreich sind – und da Frau Dr. Eberle ja auf das Trockene Auge spezialisiert ist, ist klar, dass unser Keratograph hauptsächlich in diesem Bereich seinen Einsatz findet.

Non-Contact-Tonometer (Nidek NT-530P)

Mit diesem Gerät messen wir den Augendruck und die Hornhautdicke, beides wichtige Parameter im Bereich des Glaukom (Grüner Star). Wie immer gehen wir auch hier mit Augenmass vor und messen zur Sicherheit in bestimmten Fällen manuell nach.

OCT (Heidelberg Spectralis)

Vor 30 Jahren hätte man hier noch vom „Mercedes unter den OCT-Geräten“ gesprochen. Allerdings gab es vor 30 Jahren noch keine OCTs und auch die Alleinstellung von Mercedes-Automobilen ist heute nicht mehr so eindeutig (ohne der Firma damit zu Nahe treten zu wollen).

Wie auch immer, das Heidelberg Spectralis ist aus unserer Sicht der Rolls-Royce unter den OCT-Geräten. OCT steht für „optical coherence tomography“ und auch die deutsche Bezeichnung „Optische Kohärenztomographie“ gibt nicht viel mehr her. Letzten Endes handelt es sich, salopp gesagt, um eine Art Ultraschallbild des Auges, mit dem man Strukturen hinter der Netzhaut sehen kann, die dem normalen Einblick ins Auge sonst verwehrt bleiben.

Mit dem kleinen Unterschied, dass aus technischen Gründen das Bild eben nicht mit Ultraschall sondern mit Laserlicht erzeugt wird – was für Sie als Patient aber wenig bedeutsam ist. Wichtig ist, dass mit dieser ungefährlichen Untersuchung einige schwere Augenerkrankungen schon in weit früherem Stadium als bisher möglich erkannt werden können.

Perimeter (Oculus Twinfield)

Unser mit weitem Abstand unbeliebtestes Gerät. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft, dauert in der Regel nicht übermässig lange – und trotzdem finden die meisten Patienten die Untersuchung mühsam. Und sie haben Recht.

Mit dem Gerät wird bestimmt, wie gut die Netzhaut in ihrer Gesamtheit funktioniert, indem man die Lichtempfindlichkeit and vielen einzelnen Stellen misst. Der Patient muss dazu konzentriert ins Gerät schauen und gelegentlich einen Knopf drücken. Die ersten zwei Minuten macht das Spass, nach 5 Minuten ist es aber recht lästig.

Aber was sein muss, muss sein, und derzeit ist die Untersuchung noch unabdingbar, leider.

Scheitelbrechwertmesser (Nidek LM-990A)

Diesem Gerät gebührt die Ehre, das älteste technische Gerät der Praxis zu sein. Man könnte es durch ein Neues ersetzen – aber da die neuen Geräte auch nicht wirklich mehr können, warten wir einfach ab.

Mit dem Scheitelbrechwertmesser messen wir Brillen aus, meist um sagen zu können, ob die Brillenwerte noch zum Auge passen.

Tearlab

Zur Messung der Osmolarität des Tränenfilms. Dies ist eine relativ spezifische Untersuchung aus dem Bereich der Diagnostik des Trockenen Auges. Beim Trockenen Auge ist die Zusammensetzung des Tränenfilms verändert und diese Veränderungen sind mit den Messungen des Tearlab quantifizier- und kategorisierbar.